Erste jecke Herrensitzung in Stahe

Di, 29. Jan. 2013 Geilenkirchener Zeitung / Lokales / Seite 20

Gangelt/Stahe-Niederbusch. Sie alle waren startklar, hatten ihre närrischen Kappen aufgesetzt und marschierten ein: Die erste Herrensitzung der Karnevalsgesellschaft Stöher Sankhase stand an, der Mut zum Risiko wurde belohnt. Bereits um 19 Uhr war das Zelt proppenvoll, die Stimmung war super und alle dachten: „Was ist denn hier los?“

 

 

Die Erwartungen der Sankhasen wurden weit übertroffen, selbst so mancher Besucher wunderte sich über die Party-Laune zu früher Stunde. Als die Kölner Kultband „De Boore“ schon früh am Abend anrückte war, der Stimmungspegel im Festzelt von draußen unüberhörbar, ein Blick von der Bühne ins Festzelt machte die Kölner fast sprachlos. Der Empfang glich einem Triumphzug – da schauten sich die vier kurz an und sagten: „Die machen wir fertig“. Bei ihrem Hit „Rut sin de Ruuse“ flippten die Besucher aus, viele standen sogar auf den Tischen – und das sollte erst der Anfang sein. „Du bes de stän“ zollten die Musiker ein dickes Kompliment ans Rodebachtal. Neben „De Boore“ standen später „Die Cöllner“ auf der Bühne – die nächste Kultband aus der Domstadt. Per Handy schienen die Boore sie über die Stimmungslage informiert zu haben. Gleich fegte die Winzerin vom Rhein durch die Lautsprecher und schon lange fragten si ch die Herren Präsidenten neben Heinz-Theo Lang: „Wie lange kann das gut gehen, irgendwann müssen die da unten doch müde sein“. Aber die Präsidenten hatten die Rechnung ohne das Narrenvolk und besonders ohne die Künstler gemacht.

Sagenhafte Stimmung

Denn die nutzten die Gunst der Stunde und legten allesamt nach. Auch die Gruppe „Die Cöllner“ kam ohne Zugabe einfach nicht von der Bühne herunter und man nahm den großen Rodebachapplaus mit nach Köln.

„Junge, Junge, Junge – dies glaubt keiner“, rieb sich ein Jüngling in vorderster Front die Augen. Die heimische Showtanzgruppe „Dancing Devils“ aus dem Rodebachtal hatte die Herrensitzung eröffnet, die Mädels wurden frenetisch gefeiert. Als der Knallkopp durch Sitzungspräsident Heinz-Theo Lang angekündigt wurde und das Volk ihn erblickte, stieg die Begeisterung. Aus vielen TV-Sitzungen ist der Knallkopp bekannt und man freute sich darüber, ihn hier begrüßen zu dürfen. Und der Knallkopp stand da wie eine Wachsfigur, die einen Gag nach dem anderen abschmetterte. Nicht umsonst ist man sich in der Künstlerszene einig: Heinz Röder ist der beste Knallkopp und der 70-Jährige ist schon lange im Geschäft. Zwischendurch wurden die neuen Mitglieder des Sankhase vorgestellt, neben Sankhasen huschten Bunny´s über die Bühne.

Die Beckendorfer Knallköpp sind beide rattelsjeck und von Natur aus bekloppt, auch hier ging die Post ab wie beim Singenden Wirt. Helmut Schröders brachte das Zelt zum Kochen. Auf seinen Inline-Skatern rollte Feuerwehrmann Kresse. Aus vielen hundert Kehlen erklang „Happy Birthday“, denn Klaus Bömeke aus Köln wurde am Tage 50 Jahre alt und erhielt aus den Händen von Heinz-Theo Lang eine Spritzdüse für seinen Schlauch. Kresse zeigte sich überrascht und bedankte sich in der Zugabe für diesen grandiosen Empfang sowie die Gratulation. Zuvor schon legte er den Schwelbrand im Zelt, hatte aber genügend Löschpulver im Handgepäck. Vor dem großen Finale mit den Kellerjungs erlebte das Rodebachtal unvergessliche Minuten durch Fred van Halen mit seinem Vogel „Aki“. (agsb)